
Course Rating und Slope: so entsteht die Spielvorgabe
Course Rating, Slope, Handicap-Index – und am Ende steht eine Zahl auf der Karte. Wir erklären, wie die drei zusammenhängen und warum sich deine Spielvorgabe von Platz zu Platz ändert.
Course Rating und Slope sind die beiden Zahlen, die aus deinem Handicap-Index die Spielvorgabe für eine konkrete Runde machen. Das Course Rating sagt, wie viele Schläge ein sehr guter Spieler auf diesem Platz von diesem Abschlag braucht, der Slope, wie stark der Platz Spieler mit höherem Handicap zusätzlich bestraft. Bei uns im Golfclub Niep stehen beide Werte auf der Scorekarte – und zusammen mit deinem Index ergeben sie die Zahl, mit der du tatsächlich spielst.
Course Rating: die Schwierigkeit in Schlägen
Das Course Rating ist eine Zahl mit einer Nachkommastelle und liegt meist in der Nähe des Par. Sie beschreibt, wie viele Schläge ein Scratch-Spieler – also jemand mit Handicap 0 – auf diesem Platz von dieser Abschlagfarbe im Schnitt benötigt. Liegt das Rating über dem Par, spielt sich der Platz schwerer, als das Par vermuten lässt; liegt es darunter, ist er etwas gutmütiger.
Wichtig: Jede Abschlagfarbe hat ihr eigenes Rating, und Damen- und Herrenwertung werden getrennt ermittelt. Deshalb steht auf der Scorekarte nicht eine Zahl, sondern eine kleine Tabelle. Welche Zeile für dich gilt, hängt davon ab, von welchen Abschlägen du an diesem Tag spielst – gelb, rot oder blau macht für deine Vorgabe einen echten Unterschied.
Slope: wie stark der Platz höhere Handicaps bestraft
Der Slope-Wert beschreibt etwas anderes: nicht die absolute Schwierigkeit, sondern den Schwierigkeitsanstieg für Spieler, die kein Scratch-Golf spielen. Zwei Plätze können dasselbe Course Rating haben – wenn auf dem einen viel Wasser, Bunker und Zwangslagen im Spiel sind, verliert ein Spieler mit Handicap 30 dort deutlich mehr Schläge als auf einem offenen Platz.
Slope-Werte bewegen sich zwischen 55 und 155. Der Wert 113 steht für einen Platz von durchschnittlicher Schwierigkeit und taucht deshalb in jeder Formel wieder auf. Ein Platz mit Slope deutlich über 113 gibt dir mehr Vorgabenschläge, einer darunter weniger.
So entsteht daraus deine Spielvorgabe
Die Rechnung dahinter ist kein Geheimnis: Dein Handicap-Index wird mit dem Slope geteilt durch 113 multipliziert, dann kommt die Differenz aus Course Rating und Par dazu. Das Ergebnis wird gerundet – und das ist deine Spielvorgabe für genau diesen Platz, von genau diesem Abschlag.
Praktisch heißt das: Dein Handicap-Index bleibt gleich, egal wo du spielst. Die Spielvorgabe ändert sich mit jedem Platz und mit jeder Abschlagfarbe. Wer von weiter hinten spielt, bekommt in der Regel ein paar Schläge mehr – der Platz wird ja auch länger. Wenn du nicht selbst rechnen willst, nimm einfach unseren Vorgaben-Rechner auf der Platzseite: Du gibst deinen Index und den Abschlag ein und bekommst die Zahl, die auf die Scorekarte gehört.
Warum das für dich im Alltag zählt
Die Spielvorgabe sagt dir, auf welchen Bahnen du deine Extraschläge bekommst – und damit, wie viele Punkte du auf welchem Loch brauchst. Ohne die richtige Zahl stimmt dein ganzes Ergebnis nicht, im Turnier ist sie sogar Teil der Kartenprüfung. Wie du die Karte dann korrekt führst, steht im Beitrag Scorekarte richtig ausfüllen.
Und noch etwas Beruhigendes: Rating und Slope sind keine Werte, die ein Club selbst festlegt. Sie werden nach einem festen Verfahren durch den Verband ermittelt und gelten so auf jedem Platz in Deutschland. Genau deshalb ist dein Handicap überhaupt vergleichbar – und deshalb kannst du auf einer Gastrunde woanders sofort mitspielen. Was das Handicap grundsätzlich ist und wie es sich verändert, erklärt unser Beitrag Handicap im Golf.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Course Rating und Slope?
Das Course Rating gibt an, wie viele Schläge ein Spieler mit Handicap 0 auf dem Platz braucht. Der Slope beschreibt, wie viel schwerer der Platz für Spieler mit höherem Handicap zusätzlich wird. Beide Werte zusammen ergeben mit deinem Index die Spielvorgabe.
Was bedeutet Slope 113?
113 ist der Wert für einen Platz mit durchschnittlicher Schwierigkeit. Er dient als Bezugsgröße in der Vorgabenformel: Liegt der Slope darüber, bekommst du mehr Vorgabenschläge, liegt er darunter, weniger.
Warum ändert sich meine Spielvorgabe von Platz zu Platz?
Weil jeder Platz und jede Abschlagfarbe eigene Rating- und Slope-Werte hat. Dein Handicap-Index bleibt konstant, die daraus errechnete Spielvorgabe passt sich der tatsächlichen Schwierigkeit an.
Wenn du bei deiner Zahl unsicher bist, frag einfach im Sekretariat nach – oder rechne sie vor der Runde kurz selbst nach. Nach dem zweiten Mal machst du es im Kopf.



