
Lochspiel im Golf: Match Play einfach erklärt
Beim Lochspiel zählt jede Bahn für sich – ein katastrophales Loch kostet dich nur dieses eine. Wie Match Play gezählt wird und warum du dabei anders spielst.
Beim Lochspiel – international Match Play – zählt nicht die Gesamtzahl deiner Schläge, sondern jede Bahn einzeln: Wer auf einem Loch weniger Schläge braucht, gewinnt dieses Loch. Gewonnen hat, wer mehr Löcher führt, als noch zu spielen sind. Bei uns im Golfclub Niep ist das die Spielform, bei der auch ein katastrophales Loch völlig egal sein kann.
Lochspiel oder Zählspiel: der eigentliche Unterschied
Im Zählspiel addierst du alles. Eine 9 auf der Bahn 4 schleppst du bis zum 18. Grün mit, und sie ruiniert dir die Runde, selbst wenn danach alles läuft. Im Lochspiel verlierst du dieses eine Loch – mehr nicht. Auf dem nächsten Tee steht es wieder bei null, und die 9 ist genauso viel wert wie eine 5: nämlich ein verlorenes Loch.
Genau das macht das Lochspiel für Einsteiger angenehm: Du musst keine Karte retten und kannst ein Loch aufgeben, ohne dass die Runde kaputt ist. Liegt dein Gegner zwei Meter zum Par und du brauchst im Bunker den dritten Versuch, hebst du den Ball einfach auf. Das ist keine Kapitulation, das ist die Spielform.
Wie das Ergebnis gezählt wird: „3 auf 2“ und Dormie
Der Stand wird immer aus Sicht des Führenden angesagt. Führst du mit zwei gewonnenen Löchern, heißt es „zwei auf“ (engl. 2 up), liegst du zwei zurück, heißt es „zwei zurück“. Steht es gleich, ist die Partie „all square“. Löcher, die beide mit derselben Schlagzahl spielen, werden geteilt und ändern am Stand nichts.
Das Match endet, sobald ein Vorsprung größer ist als die Zahl der verbleibenden Löcher. Deshalb die typischen Ergebnisse wie „3 auf 2“: drei Löcher Vorsprung bei noch zwei zu spielenden Bahnen – das lässt sich nicht mehr einholen, gespielt wird nicht weiter. „Dormie“ heißt der Stand, bei dem der Vorsprung genau der Zahl der Restlöcher entspricht: Der Führende kann nicht mehr verlieren, höchstens noch geteilt werden.
Vorgabe im Lochspiel: wer bekommt wo seine Schläge
Damit ein Match zwischen unterschiedlich starken Spielern fair bleibt, wird nicht die volle Spielvorgabe verrechnet, sondern die Differenz. Der Spieler mit der niedrigeren Spielvorgabe spielt ohne Vorgabe, der andere bekommt die Differenz – verteilt auf die schwersten Löcher, also nach der Vorgabenverteilung auf der Scorekarte. Bekommst du drei Schläge, erhältst du sie auf den Löchern mit den Kennziffern 1, 2 und 3.
Welche Spielvorgabe für dich auf unserem Platz gilt, rechnest du vorher in zehn Sekunden mit unserem Spielvorgaben-Rechner aus. Und weil im Lochspiel jedes Loch für sich zählt, wirkt sich so ein Extraschlag auf einer schweren Bahn deutlich spürbarer aus als im Zählspiel – dort verschwindet er in der Summe, hier entscheidet er das Loch.
Warum du im Lochspiel anders spielst
Im Zählspiel spielst du gegen den Platz, im Lochspiel gegen einen Menschen – und das ändert die Entscheidungen. Liegt dein Gegner nach dem Abschlag im Gebüsch, brauchst du kein Risiko mehr: sicher aufs Grün, zwei Putts, Loch gewonnen. Liegt er dagegen einen Meter zum Birdie, ist der vorsichtige Weg wertlos, weil du das Loch damit ohnehin verlierst. Dann greifst du an.
Dazu kommt die Reihenfolge: Es spielt immer der Ball, der weiter vom Loch entfernt liegt. Du siehst also oft, was dein Gegner macht, bevor du dran bist – eine Information, die es im Zählspiel so nicht gibt. Kurze Putts dürfen im Lochspiel außerdem geschenkt werden („gegeben“); nimmt dein Gegner das an, ist das Loch beendet. Im Zählspiel ist das ausdrücklich nicht erlaubt, dort muss jeder Ball eingelocht werden.
Im Wettbewerb erlebst du das Lochspiel klassisch bei Clubmeisterschaften und vielen Vereinsformaten – wie so ein Turniertag abläuft, steht im Beitrag zum ersten Golfturnier. An Taktik und Nervenstärke arbeitest du am besten in unserer Golfschule.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lochspiel und Zählspiel?
Im Zählspiel zählt die Summe aller Schläge über die ganze Runde. Im Lochspiel wird jedes Loch einzeln gewertet: Wer weniger Schläge braucht, gewinnt die Bahn. Ein extrem schlechtes Loch kostet dich deshalb nur dieses eine Loch.
Was bedeutet „3 auf 2“ beim Golf?
Der Sieger führte mit drei gewonnenen Löchern, als nur noch zwei zu spielen waren. Da der Vorsprung nicht mehr aufzuholen ist, endet das Match vorzeitig.
Darf man im Lochspiel Putts schenken?
Ja. Ein Schlag darf dem Gegner erlassen werden, das Loch ist damit beendet. Eine einmal gegebene Zusage kann nicht zurückgenommen werden. Im Zählspiel gilt das nicht – dort muss jeder Ball eingelocht werden.
Am einfachsten verstehst du das Lochspiel, indem du es spielst: einer gegen einen, 18 kleine Wettkämpfe hintereinander. Schnapp dir jemanden aus dem Club, sagt euch vorher die Vorgabendifferenz an – und dann viel Spaß auf unseren Bahnen am Niederrhein.



