
Golfhandschuh: welche Hand, welche Größe, wann wechseln
An welcher Hand sitzt der Golfhandschuh, wie eng darf er sein und wann ist er durch? Die wichtigsten Antworten – ohne Marketinggerede.
Der Golfhandschuh wird an der Führungshand getragen – als Rechtshänder also an der linken Hand, als Linkshänder an der rechten. Er soll verhindern, dass der Griff im Schwung rutscht, damit du den Schläger locker halten kannst statt ihn festzukrallen. Bei uns im Golfclub Niep ist er deshalb für Anfänger fast wichtiger als für Fortgeschrittene: Wer noch keine Hornhaut an den richtigen Stellen hat, spürt den Unterschied nach einem Eimer Bälle sehr deutlich.
Warum nur eine Hand?
Die Führungshand macht im Golfschwung die eigentliche Arbeit. Sie hält den Schläger am oberen Ende, sie führt ihn durch den Rückschwung, und auf sie wirken beim Treffmoment die größten Kräfte. Genau dort entstehen Blasen, und genau dort rutscht der Griff, wenn Hände oder Griffgummi feucht sind. Die untere Hand liegt dagegen entspannter am Schläger und hat deutlich mehr direkten Kontakt zum Griff – viele Spieler wollen dieses Gefühl gar nicht durch Leder ersetzen.
Zwei Handschuhe sind trotzdem kein Fehler, und du siehst sie regelmäßig: bei Regen, bei großer Hitze oder bei Spielerinnen und Spielern, die schnell schwitzen. Es gibt keine Regel dagegen, es ist reine Gewohnheitssache. Beim Putten nehmen viele den Handschuh dagegen ab, weil sie auf dem Grün das feine Gefühl in den Fingern haben wollen – auch das ist Geschmack, kein Muss.
Die richtige Größe: lieber eng als bequem
Der häufigste Fehler beim Handschuhkauf ist eine Nummer zu groß. Ein Golfhandschuh soll wie eine zweite Haut sitzen: kein Stoff, der sich über der Handfläche wellt, keine leeren Fingerkuppen, kein Spielraum am Handrücken. Falten im Material bedeuten Bewegung zwischen Hand und Griff – und damit genau das Rutschen, das der Handschuh eigentlich verhindern soll.
Gemessen wird der Handumfang unterhalb der Knöchel, ohne den Daumen. Danach richten sich die üblichen Größen von S bis XL, dazu kommen Varianten wie „Cadet“ für breitere Hände mit kürzeren Fingern. Neues Leder gibt in den ersten Runden noch ein kleines Stück nach, deshalb darf sich ein frischer Handschuh ruhig etwas straff anfühlen. Zu locker wird er von allein, zu eng leider nie.
Ein einfacher Test im Laden: Faust machen. Wenn das Material dabei über den Fingerknöcheln spannt, ohne einzuschneiden, und sich die Handfläche glatt anlegt, passt die Größe.
Leder oder Synthetik?
Echtes Cabretta-Leder bietet das beste Griffgefühl und schmiegt sich nach kurzer Zeit exakt an die Hand an – dafür ist es empfindlich gegen Nässe und verschleißt schneller. Synthetik oder Mischgewebe hält länger, verzeiht Feuchtigkeit besser und kostet weniger, fühlt sich aber etwas distanzierter an. Für die ersten Monate auf der Range ist ein robuster Kunstfaser-Handschuh völlig ausreichend; wer regelmäßig auf dem Platz unterwegs ist, greift meist irgendwann zu Leder.
Für nasse Tage gibt es zusätzlich Regenhandschuhe, die paarweise getragen werden und im feuchten Zustand sogar besser greifen als im trockenen. Wie du dich sonst noch auf Regenrunden vorbereitest, steht im Beitrag Golf bei Regen. Ein Ersatzhandschuh gehört ohnehin in jede Bag – was sonst noch hineingehört, findest du unter Golftasche packen.
Pflege und Lebensdauer
Ein Golfhandschuh lebt länger, wenn er nach der Runde trocknen darf. Nimm ihn ab, zieh ihn glatt und lass ihn an der Luft trocknen, statt ihn zusammengeknüllt in die Seitentasche zu stopfen – zusammengeknüllt wird Leder hart und brüchig. Viele Spieler wechseln auf der Runde zwischen zwei Handschuhen, damit einer immer trocknen kann.
Wie lange er hält, hängt stark davon ab, wie viel du übst. Zehn bis fünfzehn Runden sind bei Leder ein realistischer Wert, auf der Range geht es schneller. Ausgetauscht gehört er, sobald die Handfläche glänzt und glatt wird, das Material an den Fingern dünn ist oder Nähte aufgehen. Ein glatt gespielter Handschuh ist schlechter als gar keiner, weil er ein trügerisches Sicherheitsgefühl gibt.
Und noch ein Hinweis, der oft untergeht: Wenn der Griff trotz neuem Handschuh rutscht, liegt es fast immer am Schläger, nicht an der Hand. Wie du deine Griffe wieder griffig bekommst, steht unter Golfschläger pflegen. Ob dein Griff insgesamt passt, schaut sich in einer Stunde in unserer Golfschule ohnehin jemand mit geübtem Blick an.
Häufige Fragen
An welcher Hand trägt man den Golfhandschuh?
An der Führungshand: Rechtshänder tragen ihn links, Linkshänder rechts. Die untere Hand bleibt in der Regel frei, weil sie mehr Gefühl für den Griff behalten soll.
Wie eng muss ein Golfhandschuh sitzen?
Wie eine zweite Haut – ohne Falten in der Handfläche und ohne leere Fingerkuppen. Leder gibt in den ersten Runden noch etwas nach, deshalb darf ein neuer Handschuh straff sein.
Wie lange hält ein Golfhandschuh?
Bei Leder etwa zehn bis fünfzehn Runden, bei Synthetik länger. Sobald die Handfläche glatt glänzt oder Nähte aufgehen, ist ein neuer fällig.
Wenn du unsicher bist, ob Größe und Griff bei dir zusammenpassen: Bring den Handschuh einfach mit auf die Anlage – auf der Range sieht man in fünf Minuten, ob er hält, was er soll.



