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Drohnenaufnahme des Golfplatzes Niep
Golf 15. August 2026 4 Min. Lesezeit

Bunkerschlag lernen: sicher raus aus dem Sand

Im Bunker triffst du bewusst den Sand, nicht den Ball – das ist der ganze Trick. Hier stehen Stand, Schlägerwahl und Tempo, dazu die Regeln, die im Sand wirklich gelten.

Ein Bunkerschlag ist der einzige Golfschlag, bei dem du den Ball absichtlich nicht triffst: Der Schläger geht rund zwei bis fünf Zentimeter hinter dem Ball in den Sand, und das herausgeschleuderte Sandpolster nimmt den Ball mit. Wer das einmal verstanden hat, verliert die Angst vor dem Bunker sehr schnell. Auf dem Platz am Golfclub Niep kannst du genau das in Ruhe üben, statt es mitten in der Runde zum ersten Mal zu probieren.

Warum der Ball im Bunker liegen bleibt

Die meisten misslungenen Bunkerschläge haben dieselbe Ursache: Der Spieler will den Ball sauber treffen. Genau das funktioniert im Sand aber nicht zuverlässig. Triffst du den Ball direkt, fliegt er flach und viel zu weit über das Grün; kommst du zu weit hinter dem Ball in den Sand und bremst dabei ab, bleibt er einfach liegen.

Der Schläger dafür ist das Sandwedge. Seine Sohle ist nach unten gewölbt – dieser sogenannte Bounce sorgt dafür, dass der Schläger durch den Sand gleitet, statt sich einzugraben. Damit der Bounce arbeiten kann, muss die Schlagfläche offen stehen. Ein Sandwedge mit geschlossener Fläche gräbt sich ein, egal wie kräftig du schwingst.

Der Stand: alles etwas anders als sonst

Wühl deine Schuhe leicht in den Sand, bis du festen Stand hast. Das gibt dir nicht nur Halt, sondern setzt dich auch ein Stück tiefer – und verrät dir nebenbei, wie fest oder locker der Sand ist. Der Ball liegt weiter vorne im Stand, ungefähr auf Höhe der linken Ferse, das Gewicht bleibt spürbar auf dem vorderen Fuß.

Danach kommt die Reihenfolge, die viele verdrehen: Erst die Schlagfläche öffnen, dann greifen. Wer normal greift und anschließend die Hände dreht, schließt die Fläche im Schwung automatisch wieder. Die Füße und Schultern stellst du dabei leicht nach links, während die Schlagfläche zum Ziel zeigt.

Der Schwung: Tempo statt Kraft

Zielpunkt ist nicht der Ball, sondern eine Stelle im Sand kurz dahinter. Manche Trainer lassen dafür eine Linie in den Sand zeichnen und den Ball gedanklich darauf legen – geschlagen wird die Linie, nicht die Kugel. Und dann gilt die wichtigste Regel im Bunker: durchschwingen. Der Schläger darf nach dem Treffmoment nicht stehen bleiben, sondern muss weiter Richtung Ziel gehen und hoch auslaufen.

Ein Bunkerschlag über zehn Meter braucht ungefähr den Schwung, den du sonst für vierzig Meter Pitch nehmen würdest. Dieser Unterschied überrascht fast jeden Einsteiger. Weil der Sand einen Großteil der Energie schluckt, ist zu wenig Tempo der häufigere Fehler – nicht zu viel. Wenn du unsicher bist, ob dein Grundschwung diese Bewegung schon trägt, ist eine Einheit in der Golfschule am Niep die schnellste Abkürzung.

Die Bunkerregeln in Kurzform

Im Bunker gelten ein paar Einschränkungen, die auf dem Rest der Bahn nicht existieren. Du darfst den Sand vor dem Schlag nicht testen und ihn direkt vor oder hinter dem Ball nicht berühren – weder mit der Hand noch mit dem Schläger, auch nicht beim Probeschwung. Beim Ansprechen setzt du den Schläger deshalb leicht über dem Sand auf.

Lose Naturstoffe wie Blätter, Zweige oder Steine darfst du dagegen seit der Regelreform 2019 entfernen – vorsichtig, denn wenn der Ball sich dabei bewegt, kostet das einen Strafschlag. Kommst du gar nicht raus, kannst du den Ball für unspielbar erklären: mit einem Strafschlag innerhalb des Bunkers droppen oder mit zwei Strafschlägen hinter dem Bunker auf der Linie zur Fahne. Diese zweite Möglichkeit rettet auf der Runde mehr Ergebnisse, als viele denken. Einen Überblick über die Grundregeln findest du in unserem Beitrag zu den Golfregeln für Anfänger.

Und ganz zum Schluss: harken. Zieh deine Spuren und das Schlagloch glatt und verlasse den Bunker an der flachen Seite. Das gehört zur Etikette und ist der Grund, warum du selbst meistens eine saubere Lage vorfindest.

Häufige Fragen

Wie komme ich aus dem Bunker raus?
Mit offener Schlagfläche zwei bis fünf Zentimeter hinter dem Ball in den Sand schlagen und konsequent durchschwingen. Der Sand befördert den Ball heraus – du triffst ihn gar nicht.

Welchen Schläger nimmt man im Bunker?
In der Regel das Sandwedge, weil seine gewölbte Sohle durch den Sand gleitet statt sich einzugraben. Für längere Bunkerschläge über 30 Meter greifen geübte Spieler auch zum Pitching Wedge.

Darf man den Sand im Bunker mit dem Schläger berühren?
Nein. Weder zum Testen noch beim Probeschwung und auch nicht beim Ansprechen direkt vor oder hinter dem Ball. Lose Blätter und Steine darfst du seit 2019 aber entfernen.

Bunkerschläge lernt man nicht am Schreibtisch, sondern im Sand – zwanzig Bälle aus dem Übungsbunker bringen mehr als jede Erklärung. Wenn du erst einmal reinschnuppern willst, bist du als Gast jederzeit willkommen: alles dazu steht unter Gäste & Greenfee. Und wenn du bereits in einem anderen Club spielst, lohnt ein Blick auf unsere Clubwechsel-Aktion.

timogede Golfclub Niep