
Chippen lernen: der Schlag, der dir Schläge spart
Der Chip ist der kurze Schlag ums Grün: wenig Flug, viel Rollen. Hier stehen Stand, Bewegung und Schlägerwahl – und warum er auf der Scorekarte mehr bringt als 20 Meter mehr Länge.
Chippen ist der kurze Schlag vom Grünrand aus: Der Ball fliegt nur ein kleines Stück und rollt den Rest wie ein langer Putt. Du brauchst dafür keinen kompletten Schwung, sondern eine ruhige, kurze Bewegung aus den Schultern – und genau deshalb ist der Chip der Schlag, den du am schnellsten zuverlässig hinbekommst. Wer bei uns am Golfclub Niep eine halbe Stunde am Übungsgrün verbringt, spart auf der nächsten Runde meistens mehr Schläge als mit zwanzig Metern zusätzlicher Länge vom Abschlag.
Chip oder Pitch – wo ist der Unterschied?
Beide Schläge kommen von kurzer Distanz, verhalten sich aber gegensätzlich. Der Chip fliegt flach und rollt lange: wenig Flugkurve, viel Bodenkontakt. Der Pitch steigt hoch, fliegt den größeren Teil der Strecke und bleibt nach der Landung schnell liegen.
Die Faustregel dahinter ist unspektakulär, aber sie funktioniert: Nimm immer den flachsten Schlag, der die Situation löst. Liegt zwischen dir und der Fahne nur kurz geschnittenes Vorgrün, chippst du. Musst du über einen Bunker oder hohes Gras drüber, brauchst du den Pitch. Anfänger greifen fast reflexartig zum hohen Schlag, weil er spektakulärer aussieht – dabei verzeiht der flache Chip deutlich mehr Ungenauigkeit im Treffmoment.
Der Stand: eng, vorn, ruhig
Beim Chippen stellst du dich enger hin als sonst, die Füße stehen fast zusammen und leicht offen zum Ziel. Der Ball liegt etwas hinter der Mitte deines Standes, die Hände dagegen leicht davor – dadurch zeigt der Schaft nach vorne Richtung Ziel. Dein Gewicht bleibt zu ungefähr zwei Dritteln auf dem vorderen Fuß, und zwar von Anfang bis Ende. Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Bewegung.
Gegriffen wird ein Stück weiter unten am Griff. Das verkürzt den Hebel und gibt dir mehr Kontrolle – Länge brauchst du hier ohnehin keine.
Die Bewegung: wie ein langer Putt
Der Chip kommt aus den Schultern, nicht aus den Händen. Handgelenke und Ellenbogen bleiben ruhig, Arme und Schultern bilden ein Dreieck, das gemeinsam pendelt – die gleiche Bewegung wie beim Putten, nur mit etwas mehr Ausschlag. Rückschwung und Durchschwung sind ungefähr gleich lang, und der Schläger geht abwärts durch den Ball.
Das fühlt sich für viele falsch an, weil man den Ball instinktiv nach oben schaufeln will. Genau dieser Versuch produziert aber die zwei klassischen Fehlschläge: den getoppten Ball, der über das Grün rast, und den fetten Schlag, bei dem der Schläger zuerst im Boden landet. Der Loft des Schlägers hebt den Ball von allein – du musst dabei nicht helfen. Wenn dir die Pendelbewegung noch schwerfällt, hilft ein Blick in unseren Beitrag zum Putten lernen, denn die Grundlage ist dieselbe.
Welchen Schläger nimmst du zum Chippen?
Es gibt nicht den einen Chip-Schläger. Entscheidend ist das Verhältnis von Flug zu Rollen, und das steuerst du über die Schlägerwahl statt über die Bewegung. Mit dem Sandwedge fliegt der Ball einen größeren Teil der Strecke und rollt wenig. Mit dem Pitching Wedge landet er früher und rollt spürbar weiter. Und mit einem Eisen 8 oder 9 fliegt er nur ein kurzes Stück über den Grünrand und läuft dann fast wie ein Putt aufs Loch zu.
Deshalb lohnt es sich, nicht immer denselben Schläger zu nehmen, sondern die Frage umzudrehen: Wo will ich landen? Such dir einen konkreten Landepunkt auf dem Grün, meist ein bis zwei Meter hinter dem Grünrand, und wähl dann den Schläger, dessen Rollverhalten von dort bis zur Fahne passt. Genau diese Übung ist es, die aus zwei Chips einen macht. In der Golfschule am Niep arbeiten wir mit Einsteigern regelmäßig an genau diesem Punkt – meist mit drei verschiedenen Schlägern von derselben Stelle.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Chippen und Pitchen?
Der Chip fliegt flach und rollt den größten Teil der Strecke, der Pitch fliegt hoch und bleibt nach der Landung schnell liegen. Als Faustregel gilt: immer den flachsten Schlag wählen, der das Hindernis löst.
Welcher Schläger ist am besten zum Chippen?
Das hängt davon ab, wie weit der Ball rollen soll. Sandwedge für viel Flug und wenig Rollen, Pitching Wedge für die Mitte, Eisen 8 oder 9 für kurzen Flug und langes Auslaufen.
Warum treffe ich beim Chippen den Boden vor dem Ball?
Meistens, weil das Gewicht in den Rückschwung nach hinten wandert oder die Handgelenke den Ball nach oben schaufeln wollen. Gewicht vorne lassen, Hände vor dem Ball, aus den Schultern pendeln – dann trifft der Schläger zuerst den Ball.
Chippen ist die günstigste Verbesserung, die es im Golf gibt: kein neues Material, keine Kraft, nur Wiederholungen am Übungsgrün. Wenn du reinschnuppern und das kurze Spiel bei uns ausprobieren möchtest, findest du alles Nötige unter Gäste & Greenfee – und wenn du bereits in einem anderen Club spielst, wirf einen Blick auf unsere Clubwechsel-Aktion.



