
Eisen richtig treffen: erst Ball, dann Boden
Fette und getoppte Eisenschläge haben fast immer dieselbe Ursache: Der tiefste Punkt des Schwungs liegt hinter dem Ball. So drehst du das um.
Ein Eisen triffst du richtig, wenn der Schläger zuerst den Ball und erst danach den Boden berührt – der Divot liegt also vor dem Ball, nicht dahinter. Dafür brauchst du drei Dinge: die passende Ballposition, dein Gewicht beim Treffen auf dem vorderen Fuß und Hände, die im Treffmoment leicht vor dem Schlägerkopf sind. Im Golfclub Niep ist genau das eines der Themen, die wir in der Golfschule am häufigsten üben.
Warum „erst Ball, dann Boden“ so wichtig ist
Viele Einsteiger versuchen, den Ball mit dem Eisen in die Luft zu „löffeln“. Das fühlt sich logisch an, führt aber zu genau den Schlägen, die frustrieren: Der Schläger trifft zuerst den Rasen und bremst ab (fett), oder er kommt schon wieder hoch und erwischt den Ball am Äquator (getoppt). Dabei ist der Loft auf der Schlagfläche dafür da, den Ball steigen zu lassen. Deine Aufgabe ist es, leicht abwärts in den Ball zu schwingen – der Schläger erledigt den Rest. Wenn das klappt, hörst du es sofort: ein kompaktes, sattes Geräusch, und der Ball fliegt höher und weiter als vorher.
Der tiefste Punkt des Schwungs
Jeder Schwung hat einen tiefsten Punkt, an dem der Schlägerkopf dem Boden am nächsten ist. Beim Driver soll dieser Punkt hinter dem Ball liegen, weil du den Ball vom Tee im Aufwärtsschwung triffst. Beim Eisen ist es umgekehrt: Der tiefste Punkt liegt ein paar Zentimeter vor dem Ball. Genau dort entsteht der Divot. Schau dir nach ein paar Schlägen auf der Range deine Divots an – beginnen sie hinter der Stelle, an der der Ball lag, liegt dein tiefster Punkt zu weit hinten. Das ist die wichtigste Information, die dir dein eigener Schlag liefert.
Ballposition: wo der Ball beim Eisen liegt
Mit kurzen Eisen und Wedges liegt der Ball ungefähr in der Mitte deines Stands. Je länger das Eisen, desto weiter wandert er nach vorn, beim 5er oder 6er etwa einen Ball breit links von der Mitte (für Rechtshänder). Liegt der Ball zu weit vorn, erreichst du ihn erst, wenn der Schläger schon wieder steigt – das Ergebnis sind getoppte oder dünne Schläge. Liegt er zu weit hinten, triffst du zwar Ball zuerst, aber oft mit offener Schlagfläche nach rechts. Ein einfacher Check: Leg auf der Range einen Schläger quer vor deine Füße und einen senkrecht dazu auf Höhe des Balls. So siehst du schwarz auf weiß, wo der Ball wirklich liegt.
Gewicht vorn und Hände vor dem Ball
Der zweite Baustein ist die Gewichtsverlagerung. Im Rückschwung darf sich dein Gewicht etwas auf den hinteren Fuß verlagern, im Durchschwung muss es aber deutlich nach vorn. Im Treffmoment sollten rund zwei Drittel deines Gewichts auf dem vorderen Fuß stehen. Gleichzeitig sind deine Hände leicht vor dem Ball, der Schaft ist also etwas nach vorn geneigt. Fachleute sprechen vom „Shaft Lean“. Wer im Treffmoment nach hinten kippt, um den Ball hochzuhelfen, verschiebt den tiefsten Punkt automatisch nach hinten. Am Ende des Schwungs solltest du locker auf dem vorderen Fuß stehen und die Ferse des hinteren Fußes zeigt nach oben.
Drei Übungen für die Range
Die Linienübung: Zieh mit Rasenspray oder einem Tee eine gerade Linie auf den Boden und stell dich so hin, dass sie in der Mitte deines Stands liegt. Schwing ohne Ball und versuch, den Rasen immer vor der Linie zu treffen. Klappt das zehnmal hintereinander, legst du Bälle direkt auf die Linie.
Das Handtuch: Leg ein kleines Handtuch etwa eine Handbreit hinter den Ball. Berührst du es beim Schlag, war dein tiefster Punkt zu weit hinten. Die Übung gibt ehrliches Feedback, ohne dass dir jemand zuschauen muss.
Halbe Schwünge: Schlag mit einem 8er-Eisen nur halbe Schwünge, Hüfthöhe bis Hüfthöhe, und halt am Ende kurz die Position. Kleine Schwünge machen die Abfolge Ball–Boden spürbar, bevor du wieder voll durchziehst. Mehr Ideen für sinnvolles Training findest du in unserem Beitrag zum Üben auf der Driving Range.
Wann sich eine Stunde beim Pro lohnt
Wenn du trotz der Übungen immer wieder fett oder dünn triffst, steckt oft etwas Grundsätzliches dahinter: ein zu steiler oder zu flacher Schwung, ein ungünstiger Griff oder eine Kopfbewegung, die du selbst nicht wahrnimmst. Ein Golflehrer erkennt das meist in wenigen Schlägen. In der Golfschule im Golfclub Niep kannst du gezielt an deinen Eisenschlägen arbeiten. Und wenn du mit Golf gerade erst anfängst, ist ein Schnupperkurs der beste Weg, die Grundlagen von Anfang an richtig zu lernen.
Häufige Fragen
Warum treffe ich mit dem Eisen immer den Boden vor dem Ball?
Meist liegt der tiefste Punkt deines Schwungs hinter dem Ball, weil dein Gewicht im Treffmoment auf dem hinteren Fuß bleibt oder du versuchst, den Ball hochzuschaufeln. Verlagere dein Gewicht im Durchschwung bewusst nach vorn und halte die Hände vor dem Ball.
Wo muss der Ball beim Eisen liegen?
Bei kurzen Eisen in der Mitte des Stands, bei längeren Eisen etwa einen Ball breit weiter vorn. Je länger der Schläger, desto weiter vorn liegt der Ball.
Muss man mit dem Eisen ein Divot schlagen?
Ein Divot ist kein Muss, aber ein gutes Zeichen: Er zeigt, dass du leicht abwärts geschwungen hast. Wichtig ist, dass er vor dem Ball beginnt. Ein flacher Divot reicht völlig, solange die Reihenfolge Ball, dann Boden stimmt. Denk daran, ihn auf dem Platz zurückzulegen.
Komm auf die Range, probier die Linienübung aus – und spür den Unterschied beim ersten richtig satten Treffer.



