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Drohnenaufnahme des Golfplatzes Niep
Golf 10. Oktober 2026 4 Min. Lesezeit

Boden in Ausbesserung: straffreie Erleichterung beim Golf

Blaue Pfähle, Pfützen nach dem Regen, ein Kaninchenloch: Für ungewöhnliche Platzverhältnisse gibt es beim Golf straffreie Erleichterung. Hier erfährst du, wann sie dir zusteht und wie du sie richtig nimmst.

Liegt dein Ball in Boden in Ausbesserung, darfst du ihn straffrei aufnehmen und innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung droppen – nicht näher zum Loch. Dasselbe gilt für zeitweiliges Wasser, Tierlöcher und unbewegliche Hemmnisse, die die Regeln zusammen „ungewöhnliche Platzverhältnisse“ nennen. Gerade im Herbst, wenn auf dem Platz im Golfclub Niep nach Regen Pfützen stehen oder Flächen frisch ausgebessert werden, brauchst du diese Regel fast jede Runde.

Was zählt als Boden in Ausbesserung?

Boden in Ausbesserung – im Englischen „Ground under Repair“, oft als GUR abgekürzt – ist jeder Teil des Platzes, den die Spielleitung als solchen kennzeichnet. Meist geschieht das mit blauen Pfählen oder einer weißen Linie auf dem Boden. Typisch sind frisch eingesäte Flächen, Baustellen am Platzrand oder Bereiche, die nach Pflegearbeiten noch geschont werden sollen.

Manches ist aber auch ohne Markierung Boden in Ausbesserung: Material, das zum Abtransport aufgehäuft wurde, etwa Grasschnitt oder Laub in einem Haufen, und Löcher, die das Greenkeeping gemacht hat, zum Beispiel beim Verlegen einer Leitung. Ein normaler Pitchmark oder eine Divot-Lücke gehört dagegen nicht dazu. Löcher vom Aerifizieren bringen dir nur dann Erleichterung, wenn eine Platzregel das ausdrücklich erlaubt – ein Blick auf den Aushang lohnt sich.

Zeitweiliges Wasser und Tierlöcher

Zeitweiliges Wasser ist jede vorübergehende Ansammlung von Wasser auf der Oberfläche, die nicht in einer Penalty Area liegt – also die klassische Pfütze nach einem Schauer. Entscheidend: Das Wasser muss sichtbar sein, bevor oder nachdem du deine Standposition einnimmst. Du darfst aber nicht übermäßig fest auftreten, um es hervorzuholen. Tau und Reif zählen nicht als zeitweiliges Wasser, Schnee und Natureis darfst du wahlweise als zeitweiliges Wasser oder als losen hinderlichen Naturstoff behandeln.

Tierlöcher sind Löcher, die ein Tier gegraben hat, etwa ein Kaninchen oder Maulwurf, inklusive des aufgeworfenen Materials und der Spuren, die dorthin führen. Ausgenommen sind Löcher von Würmern und Insekten – dafür gibt es keine Erleichterung.

Wann dir Erleichterung zusteht

Erleichterung gibt es nur, wenn der Zustand dich wirklich behindert. Das ist der Fall, wenn dein Ball darin liegt oder ihn berührt, wenn er deinen Stand behindert oder den Raum für deinen beabsichtigten Schwung. Auf dem Grün zählt zusätzlich deine Puttlinie. Stört dich der Zustand nur optisch, etwa weil eine Pfütze zwischen Ball und Fahne liegt, gibt es abseits des Grüns keine Erleichterung.

Ebenfalls ausgeschlossen ist Erleichterung, wenn du den Schlag ohnehin nicht vernünftig spielen könntest – zum Beispiel, weil dein Ball mitten in einem Busch liegt und nur dein Fuß zufällig auf einem Tierloch steht. Und in einer Penalty Area gibt es grundsätzlich keine straffreie Erleichterung von ungewöhnlichen Platzverhältnissen.

So nimmst du die Erleichterung richtig

Im Gelände: Bestimme den nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung, also die Stelle, an der weder Ball, Stand noch Schwung mehr behindert sind – nicht näher zum Loch. Von dort misst du eine Schlägerlänge und droppst aus Kniehöhe in diesem Bereich. Wie das Droppen im Detail funktioniert, liest du im Beitrag zur Drop-Regel.

Im Bunker: Du kannst straffrei im Bunker droppen, solange dort eine Stelle mit Erleichterung existiert. Alternativ droppst du gegen einen Strafschlag hinter dem Bunker auf der Linie zur Fahne.

Auf dem Grün: Hier wird nicht gedroppt, sondern hingelegt – am nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung, auch wenn der knapp neben dem Grün liegt.

Findest du deinen Ball nicht, weißt aber sicher, dass er im Boden in Ausbesserung liegt, nimmst du Erleichterung von der Stelle, an der er zuletzt die Grenze gekreuzt hat. Bist du dir nicht sicher, gilt der Ball als verloren.

Häufige Fragen

Ist Boden in Ausbesserung straffrei?
Ja. Im Gelände, im Bunker und auf dem Grün nimmst du straffrei Erleichterung. Nur wer im Bunker lieber hinter den Bunker droppt, zahlt einen Strafschlag.

Wie wird Boden in Ausbesserung gekennzeichnet?
Meist mit blauen Pfählen oder einer weißen Linie. Blaue Pfähle mit grünem Kopf markieren eine Spielverbotszone: Dort musst du Erleichterung nehmen und darfst den Ball nicht spielen.

Muss ich Erleichterung von Boden in Ausbesserung nehmen?
Nein, außer bei einer Spielverbotszone. Du darfst den Ball auch spielen, wie er liegt – manchmal ist das die bessere Wahl.

Einen kompakten Überblick über alle Basics findest du in den Golfregeln für Anfänger, und wer Regelsituationen lieber direkt auf dem Platz üben möchte, ist in unserer Golfschule genau richtig.

timogede Golfclub Niep