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Drohnenaufnahme des Golfplatzes Niep
Golf 5. September 2026 4 Min. Lesezeit

Fahne stecken lassen: Was die Golfregel seit 2019 erlaubt

Seit der Regelreform 2019 darfst du die Fahne beim Putten stecken lassen – ohne Strafschlag, auch wenn der Ball sie trifft. Was das praktisch für deine Runde bedeutet.

Seit der Regelreform 2019 darfst du die Fahne beim Putten im Loch stecken lassen – auch wenn dein Ball sie trifft, gibt es keinen Strafschlag mehr. Du entscheidest vor jedem Putt selbst, ob die Fahne steckenbleibt, gezogen oder von einem Mitspieler bedient wird. Bei uns im Golfclub Niep nutzen das inzwischen die meisten, vor allem auf schnellen Grüns und wenn es zügig weitergehen soll.

Was die Regel genau sagt

Vor 2019 kostete es zwei Strafschläge, wenn ein vom Grün gespielter Ball die Fahne im Loch traf. Genau diese Strafe ist ersatzlos gestrichen. Heute gilt: Du darfst die Fahne stecken lassen und ganz normal putten. Trifft der Ball sie, wird einfach weitergespielt, wo er liegen bleibt – oder er fällt eben ins Loch.

Wichtig ist nur, dass du dich vor dem Schlag entscheidest. Wer während des rollenden Balls plötzlich zur Fahne springt, um sie noch schnell zu ziehen oder stecken zu lassen, verstößt gegen den Grundgedanken der Regel: Die Lage am Loch darf nicht verändert werden, um sich einen Vorteil zu verschaffen. In der Praxis ist das unkompliziert – man einigt sich in der Gruppe kurz am ersten Grün, und danach läuft es von allein.

Und noch ein Detail, das oft für Diskussionen sorgt: Lehnt dein Ball am Ende an der Fahne, ohne ganz zu fallen, gilt er als eingelocht, sobald irgendein Teil des Balls unterhalb der Grünoberfläche liegt. Du darfst die Fahne dann vorsichtig entfernen – fällt der Ball dabei ganz hinein, zählt der Putt trotzdem als versenkt.

Hilft die Fahne wirklich beim Einlochen?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Wenn dein Ball mit ordentlich Tempo aufs Loch zurollt und mittig ankommt, wirkt die moderne, dünne Glasfaserfahne wie ein Dämpfer – sie nimmt Energie aus dem Ball und lässt ihn eher fallen als vorbeirutschen. Auf schnellen Grüns oder bei einem Downhill-Putt spricht deshalb einiges dafür, sie stecken zu lassen.

Weniger eindeutig ist es bei Bällen, die stark von der Seite kommen oder bei einer Fahne, die schräg im Loch steht. Dann kann sie den Ball tatsächlich abweisen. Wer besonders sauber arbeiten will, richtet die Fahne vor dem Putt kurz gerade – das ist ausdrücklich erlaubt.

Am Ende zählt vor allem, dass du dich wohlfühlst. Manche brauchen den freien Blick ins Loch, andere den optischen Anhaltspunkt der Fahne bei langen Putts über zwanzig Meter. Beides ist regelkonform, und beides bringt mehr als ständiges Hin und Her. Wenn du an deiner Technik auf dem Grün arbeiten willst, findest du im Beitrag Putten lernen die Grundlagen dazu.

Der praktische Nebeneffekt: Tempo

Der vielleicht größte Gewinn der Regel liegt gar nicht im Ergebnis, sondern im Ablauf. Früher lief bei jedem Grün jemand zur Fahne, hielt sie, legte sie ab, steckte sie zurück – pro Loch summiert sich das. Wer die Fahne stecken lässt, spart auf einer Runde spürbar Zeit und hält leichter Anschluss zum Flight davor. Genau darum geht es auch beim Ready Golf: nicht hetzen, sondern die Leerläufe herausnehmen.

Ein Punkt bleibt aber wichtig: Wenn die Fahne doch gezogen wird, gehört sie vorsichtig neben das Grün gelegt, nie auf die Puttlinie geworfen. Und wer als Letzter einlocht, steckt sie zurück, bevor die Gruppe weiterzieht. Das ist einfache Golf-Etikette und kostet keine Sekunde.

Häufige Fragen

Darf man die Fahne beim Putten stecken lassen?
Ja. Seit dem 1. Januar 2019 ist es ausdrücklich erlaubt, vom Grün mit steckender Fahne zu putten. Trifft der Ball die Fahne, gibt es keinen Strafschlag – der Ball wird gespielt, wo er liegt, oder gilt als eingelocht.

Was gilt, wenn der Ball an der Fahne lehnt?
Liegt ein Teil des Balls unterhalb der Grünoberfläche, ist er eingelocht. Du darfst die Fahne behutsam entfernen; fällt der Ball dabei komplett hinein, zählt er trotzdem als versenkt.

Ist es besser, die Fahne zu ziehen oder stecken zu lassen?
Bei mittigen Putts mit Tempo und auf schnellen Grüns hilft die steckende Fahne eher, weil sie Energie aus dem Ball nimmt. Bei stark seitlich einfallenden Bällen kann sie abweisen. Entscheide, was dir liegt – regelkonform ist beides.

Probier es auf unseren Grüns einfach ein paar Löcher lang aus: Erst mit Fahne, dann ohne. Du wirst schnell merken, was dir mehr Sicherheit gibt – und kannst es beim nächsten Turnier bewusst so handhaben.

timogede Golfclub Niep