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Golfer beim Putten in der Abendsonne
Golf 5. Oktober 2026 4 Min. Lesezeit

Golfgriff: Overlapping, Interlocking oder Baseball?

Overlapping, Interlocking oder Baseball-Griff? So findest du den Golfgriff, der zu deinen Händen passt – und greifst ihn Schritt für Schritt richtig.

Den richtigen Golfgriff erkennst du daran, dass deine Hände als Einheit arbeiten und die Schlagfläche im Treffmoment gerade zum Ziel zeigt. Es gibt drei bewährte Varianten – Overlapping, Interlocking und Baseball-Griff –, und keiner davon ist „der richtige“ für alle: Entscheidend sind Handgröße, Kraft und Gefühl. In der Golfschule am Golfclub Niep schauen wir deshalb zuerst auf deine Hände, bevor wir am Schwung arbeiten.

Warum der Griff so viel entscheidet

Der Griff ist die einzige Verbindung zwischen dir und dem Schläger. Alles, was du im Schwung machst, kommt über deine Hände am Ball an. Ein Griff, der nur ein paar Millimeter zu weit nach links oder rechts gedreht ist, öffnet oder schließt die Schlagfläche – und schon fliegt der Ball in eine Kurve, obwohl der Schwung eigentlich in Ordnung war. Viele Slice- und Hook-Probleme beginnen nicht im Rückschwung, sondern schon beim Anfassen des Schlägers.

Die gute Nachricht: Der Griff ist der Teil des Golfschwungs, den du am leichtesten kontrollieren kannst. Er passiert in Ruhe, vor dem Schlag, und lässt sich zu Hause im Wohnzimmer üben.

Die drei Griffarten im Vergleich

Bei allen drei Varianten liegt die linke Hand (bei Rechtshändern) oben, die rechte darunter. Der Unterschied liegt darin, wie die beiden Hände miteinander verbunden sind.

  • Overlapping (Vardon-Griff): Der kleine Finger der rechten Hand liegt auf dem Spalt zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand. Das ist der klassische Griff vieler Tourspieler und passt gut zu mittleren bis großen Händen mit ordentlich Kraft.
  • Interlocking: Der kleine Finger der rechten Hand und der Zeigefinger der linken Hand werden ineinander verhakt. Die Hände sitzen dadurch sehr fest zusammen. Das hilft Spielerinnen und Spielern mit kleineren Händen, Jugendlichen und allen, die das Gefühl haben, dass die Hände im Schwung „auseinanderarbeiten“.
  • Baseball-Griff (Ten-Finger): Alle zehn Finger liegen am Griff, ohne Überlappung. Er gibt viel Kraft und ist für Kinder, Einsteiger mit wenig Handkraft oder Menschen mit Gelenkbeschwerden oft der angenehmste Start.

Welcher Griff „besser“ ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Wichtiger als die Art der Verbindung ist, dass beide Hände richtig am Schläger sitzen.

So greifst du richtig – Schritt für Schritt

Stell den Schläger mit gerader Schlagfläche vor dir ab. Lege die linke Hand so an, dass der Griff schräg durch die Finger läuft – von der Wurzel des kleinen Fingers bis zum mittleren Glied des Zeigefingers – und nicht quer durch die Handfläche. Schließt du die Hand, solltest du von oben zwei bis drei Knöchel sehen. Daumen und Zeigefinger bilden ein „V“, das ungefähr auf deine rechte Schulter zeigt.

Dann kommt die rechte Hand dazu: Ihre Lebenslinie legt sich über den linken Daumen, und auch hier zeigt das „V“ zwischen Daumen und Zeigefinger Richtung rechte Schulter. Jetzt verbindest du die Hände mit deiner gewählten Variante.

Neutral, stark oder schwach?

Siehst du an der linken Hand nur einen Knöchel, spricht man von einem schwachen Griff – die Schlagfläche bleibt im Treffmoment gern offen, der Ball dreht nach rechts. Mehr als drei Knöchel bedeuten einen starken Griff, der die Fläche schließt und Bälle nach links zieht. Wenn du dauernd mit einem Rechtsdrall kämpfst, lohnt sich ein Blick in unseren Beitrag zum Slice abgewöhnen; beim umgekehrten Problem hilft der Artikel Hook abgewöhnen.

Wie fest solltest du greifen?

Fester als nötig ist der häufigste Fehler. Ein verkrampfter Griff spannt Unterarme und Schultern an und bremst den Schläger. Stell dir eine Skala von 1 bis 10 vor und greif ungefähr bei 4 bis 5 – so fest, dass dir der Schläger nicht aus der Hand rutscht, aber locker genug, dass du ihn noch spürst. Ein gut sitzender Handschuh und ein nicht abgenutzter Griffgummi helfen dabei mehr, als man denkt.

Den Griff üben

Nimm dir ein paar Tage lang abends einen Schläger in die Hand und baue den Griff zehnmal bewusst auf. Am Anfang fühlt sich ein korrigierter Griff fast immer falsch an – das ist normal und vergeht nach einigen Übungseinheiten. Noch schneller geht es mit einem Blick von außen: Unsere Pros in der Golfschule sehen in wenigen Minuten, ob dein Griff zu deinem Schwung passt.

Häufige Fragen

Welcher Golfgriff ist der beste für Anfänger?
Es gibt keinen Pflichtgriff. Viele Einsteiger starten mit dem Interlocking-Griff, weil er die Hände gut verbindet; bei wenig Handkraft ist der Baseball-Griff eine gute Wahl. Wichtiger ist, dass die Hände neutral am Schläger sitzen.

Wie viele Knöchel sollte man beim Golfgriff sehen?
Bei einem neutralen Griff siehst du an der linken Hand (Rechtshänder) zwei bis drei Knöchel. Einer deutet auf einen schwachen, vier auf einen starken Griff hin.

Kann ein falscher Griff einen Slice verursachen?
Ja. Ein zu schwacher Griff lässt die Schlagfläche im Treffmoment offen, der Ball startet rechts oder dreht nach rechts weg. Oft reicht schon eine kleine Griffkorrektur.

Du möchtest deinen Griff einmal checken lassen? Komm vorbei – am Niep zeigen wir dir gern, wie sich ein guter Griff anfühlt.

timogede Golfclub Niep