
Vierer Golf: Klassischer Vierer, Chapman & Vierball
Ein Ball für zwei oder jeder seinen eigenen? Hier erfährst du, wie klassischer Vierer, Chapman, Greensome und Vierball funktionieren – und welche Form zu deinem Flight passt.
Beim Vierer im Golf spielen zwei Partner als Team gegen den Platz oder gegen ein anderes Team. Im klassischen Vierer teilen sich beide einen Ball und schlagen abwechselnd, beim Chapman und Greensome wählt ihr nach dem Abschlag den besseren Ball aus, und im Vierball spielt jeder seinen eigenen Ball – gewertet wird pro Loch das bessere Ergebnis. Im Golfclub Niep stehen diese Teamformen regelmäßig im Turnierkalender, weil sie gesellig sind und auch Einsteigern den Druck nehmen.
Der klassische Vierer: ein Ball, zwei Spieler
Der klassische Vierer (englisch Foursome) ist die strengste und zugleich traditionsreichste Teamform. Ihr spielt gemeinsam nur einen Ball und schlagt strikt abwechselnd, bis er im Loch ist. Auch die Abschläge wechseln: Ein Partner schlägt an allen ungeraden Löchern ab, der andere an allen geraden – egal, wer am Loch davor eingelocht hat.
Das klingt simpel, hat aber Tücken. Strafschläge ändern die Reihenfolge nicht: Schlägt dein Partner den Ball ins Aus, spielst du den nächsten Schlag vom Abschlag, und die Strafe zählt fürs Team. Spielt jemand in falscher Reihenfolge, kostet das im Zählspiel zwei Strafschläge und der Fehler muss korrigiert werden, im Lochspiel ist das Loch verloren. Geregelt ist das alles in Regel 22 der Golfregeln.
Der Reiz: Ihr müsst euch aufeinander verlassen. Wer lange Eisen sicher schlägt, bekommt idealerweise die Par-3-Löcher, wer gut puttet, freut sich über kurze Annäherungen des Partners. Taktik beginnt also schon bei der Frage, wer die ungeraden Löcher übernimmt.
Chapman und Greensome: erst beide, dann einer
Beim Greensome schlagen beide Partner ab. Danach sucht ihr euch den besseren Drive aus und spielt diesen Ball abwechselnd zu Ende – wobei derjenige, dessen Drive nicht gewählt wurde, den zweiten Schlag macht.
Der Chapman (auch Pinehurst genannt) geht noch einen Schritt weiter: Beide schlagen ab, dann spielt jeder den zweiten Schlag mit dem Ball des Partners. Erst danach entscheidet ihr euch für einen der beiden Bälle und spielt ihn abwechselnd ein. So kommt jeder Spieler an jedem Loch mindestens zweimal zum Zug, und ein verpatzter Abschlag lässt sich gut ausbügeln.
Beide Formen sind ideal für gemischte Paare oder Teams mit unterschiedlicher Spielstärke, weil der stärkere Ball oft den Weg vorgibt, ohne dass der andere zum Zuschauer wird. Wer es noch entspannter mag, landet beim Scramble, bei dem nach jedem Schlag der beste Ball gewählt wird.
Vierball: jeder spielt seinen eigenen Ball
Im Vierball (Fourball, Regel 23) spielt jeder Partner ganz normal seinen eigenen Ball. Am Ende des Lochs zählt nur das bessere der beiden Ergebnisse fürs Team. Im Zählspiel wird es so auf der Scorekarte eingetragen, im Lochspiel vergleicht ihr euer bestes Ergebnis mit dem besten des anderen Teams. Häufig wird Vierball als Stableford gespielt, dann zählen die besseren Nettopunkte pro Loch.
Der große Vorteil: Hat einer von euch ein Loch verkorkst, kann er den Ball aufnehmen, sobald klar ist, dass der Partner besser liegt. Das spart Zeit und Nerven. Gleichzeitig darf jeder befreit angreifen, weil der Partner im Zweifel absichert – eine schöne Übung für mutigeres Spiel.
Welche Vorgabe gilt im Vierer?
Für Teamwettspiele gibt es im World Handicap System Empfehlungen, wie viel der Spielvorgaben angerechnet wird. Beim klassischen Vierer ist das typischerweise die Hälfte der addierten Spielvorgaben beider Partner, bei Greensome und Chapman ein gewichteter Anteil, bei dem der Spieler mit der niedrigeren Vorgabe stärker zählt. Im Vierball bekommt jeder einen prozentualen Anteil seiner eigenen Spielvorgabe. Verbindlich ist immer, was in der Ausschreibung des Turniers steht.
Deine persönliche Spielvorgabe für unseren Platz rechnest du am schnellsten mit dem Vorgaben- und Scramble-Rechner aus – für Scramble-Teams berechnet er zusätzlich die Teamvorgabe.
Welche Form passt zu euch?
Für einen lockeren Abend mit Freunden sind Greensome oder Chapman ideal: Alle schlagen ab, keiner steht lange herum. Der klassische Vierer ist die Königsdisziplin für eingespielte Paare, die Taktik lieben und flott spielen wollen. Und Vierball passt, wenn jeder sein eigenes Spiel machen, aber trotzdem gemeinsam punkten möchte. Lochspiel-Fans finden im Beitrag zum Lochspiel alles zur Zählweise.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Vierer und Vierball?
Im Vierer teilen sich zwei Partner einen Ball und schlagen abwechselnd. Im Vierball spielt jeder seinen eigenen Ball, und pro Loch zählt das bessere Ergebnis des Teams.
Wer schlägt beim klassischen Vierer ab?
Ein Partner schlägt an allen ungeraden Löchern ab, der andere an allen geraden – unabhängig davon, wer am Loch davor eingelocht hat.
Wie funktioniert ein Chapman-Vierer?
Beide schlagen ab, dann spielt jeder den Ball des Partners. Danach wählt ihr einen Ball aus und spielt ihn abwechselnd zu Ende.
Lust, einen Vierer mit einem Partner aus dem Club auszuprobieren? Im Sekretariat erfährst du, wann die nächsten Teamturniere am Niep stattfinden.



